Mittwoch, 30. Juli 2014

Buchvorstellung "Der Garten über dem Meer" von Jane Corry

Ihr Vater zuckte zusammen, als hätte etwas Scharfes seinen Körper durchborht. "Sie hat Gott sei Dank überlebt." Dann stöhnte er und schlug die Hände vors Gesicht. "Aber dein Bruder ist zu den Engeln gegangen." "Aber ich habe keinen Bruder, Papa!", rief sie und näherte sich ihm mit ausgestreckten Händen. Was? Ihr Vater wich zurück, als wollte er nichts mit ihr zu tun haben. "Du hattest einen, Mary Rose, aber durch den Sturz..." Seine Stimme klang mit einem Mal, als würde in seiner Kehle ein Bissen feststecken. "Der Sturz hat deinen Bruder das Leben gekostet." Er schüttelte den Kopf und wich sogar einen weiteren Schritt vor ihr zurück. "Deiner Mama geht es nicht gut." Mary Rose brauste sofort auf. "Sie ist nicht meine Mama!"
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Alles beginnt in Devon, 1866. Die Mutter der kleinen Mary Rose stirbt während der Geburt ihres zweiten Kindes, welches ebenfalls nicht dem Tod entgehen kann. Auf ihrem Sterbebett vermacht die Mutter ihrer einzigen Tochter einen Ring. Dieser muss stets in der Familie bleiben und darf nur vom selben Blut getragen werden, ansonsten überkommt die Familie ein schrecklicher Fluch. Lange nach dem Tod ihrer Mutter bemüht sich Mary Rose, ihren Vater so gut es geht zu beschäftigen, ihn abzulenken und mit ihm viel Zeit zu verbringen. Doch eines Tages ändert sich alles. Mary Rose erhält eine Gouvernante, eine bildschöne, junge Französin. Bald ist die Dame so sehr in die Familie mit integriert, dass der Hausherr sie zu seiner Frau nimmt. Mary Rose versucht dies mit Fassung zu tragen, denn zu Beginn ist die neue Stiefmutter angenehm und liebevoll. Doch von Zeit zu Zeit verändert sich das Verhältnis und die klischeehafte, böse Stiefmutter tritt zum Vorschein. Das Leben der jungen Mary Rose geht von nun an nur noch abwärts.
Vierzehn Jahre später zieht Laura Marchmont mit ihrem frischen Ehemann in ein Häuschen, dessen Garten direkt über der Steilküste liegt. Zunächst erscheint alles wundervoll, bis die Exfrau und die Töchter ihres Mannes ihr das Leben schwer machen. Als Lauras Großmutter eines Tages stirbt und ihr eine Stickerei hinterlässt, schleicht sich bei ihr langsam das Gefühl ein, dass etwas nicht stimmt. Als würde ein Schatten der Vergangenheit über ihr liegen, ein Fluch. Bis auf die Hochzeit scheint in ihrem Leben alles schief zu gehen. Doch als Laura die Stickerei in den Händen hält, beginnt sie, in der Vergangenheit nachzuforschen und stellt dabei etwas verblüffendes heraus, was ihr eigenes Leben wiederum stark beeinflussen wird.


Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt und zu Beginn sah "1866", wollte ich es schon aus der Hand legen. Doch zum Glück habe ich es nicht getan. Diese Geschichte spielt sowohl damals als auch heute und ist absolut faszinierend. Es fällt so leicht, sich in die Protagonisten Mary Rose und Laura hineinzuversetzen, mit ihnen zu leiden und zu bangen. Faszinierend ist auch, wie die Autorin die beiden Lebensgeschichten der Frauen miteinander verknüpft hat.
Das Buch spiegelt den damaligen Lebensstil wieder, als noch die Leute noch dafür gehängt wurden, wenn sie auch nur einen Apfel stahlen. Die Geschichte ist von vorne bis hinten emotional, spannend, aufregend, man entwickelt einen Hass auf die Stiefmutter und leidet mit.
Interessant und spannend geschrieben. Von Anfang bis Ende. Das Lesen fällt trotz den Zeitsprüngen nie schwer, da sie deutlich getrennt und gekennzeichnet sind. Man ist von vorne herein gefesselt und fragt sich ständig, wie das Geschehen von damals Auswirkungen auf das Heute haben wird.

Ein absolut gut geschriebener Roman, den ich allen nur wärmstens empfehlen kann!

Mehr zum Roman findet ihr hier auf der Website von blanvalet.

Dienstag, 22. Juli 2014

DIY - Bärchen


Neulich habe ich entdeckt, dass ich noch einiges an Filz im Haus habe. Sofort kam mir die Idee, was ich damit nähen könnte. Also habe ich mir die richtigen Stoffe herausgesucht, Faden, Nadel, Füllwatte und Schere bereitgelegt und schon ging es ans Werk!

1. Zunächst habe ich mir eine Schablone angefertigt. Das macht es wesentlich einfacher, finde ich :)

2. Dann werden die Schablonen mit Stecknadeln am Filz befestigt, die Konturen nachgefahren mit einem Bleistift und dann ausgeschnitten.

3. Als nächstes werden die Pfoten und die Schnauze auf dem Bär festgenäht.

4. Jetzt legt ihr den Bär erneut auf den Filz-Stoff und näht ihn fest. Ich habe es von Hand genäht, aber natürlich könnt ihr das auch mit der Nähmaschiene machen. Vergesst nur nicht, unten eine Stelle nicht zuzunähen. Denn dort müsst ihr später die Füllwatte reinstopfen.
 5. Schneidet den restlichen Filz außen herum weg. Vorsicht, nicht die Nähte versehentlich dabei wegschneiden!
 6. Jetzt kommt die Füllwatte zum Einsatz. Stoft das Bärchen so aus, wie ihr es für richtig haltet. Also mehr oder weniger Füllwatte, das ist euch überlassen. Um dem Bärchen Charackter zu verleihen, fehlt natürlich noch sein Gesicht. Das könnt ihr entweder mit Stoffmalfarbe auftragen oder sticken. Außerdem habe ich dem Bärchen noch einen Schal umgelegt. Dazu habe ich lediglich einen Streifen Filz herausgeschnitten und ihm umgeknotet. Kann man natürlich auf noch festnähen, aber das empfand ich als nicht notwendig.

Fertig ist euer kleiner Bär. Ihr könnt hier natürlich auch total variieren. Ob Eisbär oder Braunbär, ob er Kleidung trägt oder etwas in den Pfoten hält. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Ich wünsche euch viel Spaß beim nähen!
Allerliebste Grüße,
Hope



Freitag, 18. Juli 2014

Salat mal anders

Hallo meine lieben Naschkatzen!

Heute habe ich ausnahmsweise mal kein Kuchen- oder Cupcakerezept für euch. Denn wenn wir den Wetterfröschen glauben können, dürfen wir uns auf ein heißes Wochenende einstellen. Ich würde mal sagen, perfekt um am Abend zu grillen. Aber zum Grillen gehört eigentlich auch immer ein Salat. Darum habe ich heute für euch ein Rezept für einen Erdbeer-Frischkäse-Salat. Also schnell in den nächsten Laden, die letzten Erdbeeren kaufen und die Freunde zum grillen einladen! Überrascht sie mit diesem extravaganten Salat, der ganz einfach und schnell zuzubereiten ist.

Ihr benötigt dafür:
Eichblattsalat
Erdbeeren
Frischkäse
Ahornsirup
Senf
Salz, Pfeffer
weißer Balsamicoessig
Oliven- oder Rapsöl

Mischt Ahornsirup, Senf, Salz, Pfeffer, Balsamicoessig und Olivenöl in der Menge, wie ihr es für den Salat benötigt. Schmeckt immer wieder ab, ob es euch so passt oder ob noch etwas mehr von einer Zutat hinzugefügt werden muss.
Nun werden nur die Salatblätter mit dem Dressing vermischen, in eine flache Auflaufform oder einen großen Teller verteilen, geputzte, evt. halbierte Erdbeeren darauf verteilen (schmeckt auch super mit sehr reifen Pfirsichspalten) und dann noch Frischkäsehäufchen ebenfalls verteilen.
Fertig!


In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Appetit, viel Spaß beim Grillen und ein wunderschönes Wochenende!

Liebste Grüße,
eure Hope

Mittwoch, 16. Juli 2014

Buchvorstellung "Das Haus ihrer Kindheit" von Katja Maybach

Die anderen hatten sich in der Küche vor dem Radio versammelt. Ihre Mutter kam auf sie zu und versuchte, sie zu umarmen, doch Isla wehrte auch sie ab. "Tausende Tote..." Die Stimme im Radio überschlug sich. "Wisst ihr, wo?" Islas Stimme zitterte. "Welcher Stadtteil wurde bombadiert?"
"Es ist nicht Knightsbrigde", erklärte ihr Vater. "Vor allem die Gegend um Saint Paul's Cathedral ist getroffen worden",sagte er leise. "Die Gegend um Saint Paul's Cathedral?" wiederholte Isla fragend, bevor sie aufschrie: "Da wohnt Penelope!" Sie befreite sich aus dem Griff ihres Bruders, der ihr gefolgt war und jetzt wieder den Arm um ihre Schultern gelegt hatte. "Lass mich los! Ich muss sofort zurück, ich muss... ich... nein, ich muss Penelope anrufen."
"Es gibt keine Telefonverbindung mehr nach London, auch das wurde gerade im Radio gesagt, Isla!", rief der Vikar seiner Tochter nach, die in die Diele zum Telefon stürzte.



 
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Im Jahre 1946 verkauft die junge Frau, Isla, das Gemälde "Frau im Spitzenschleier" an einen Kunstsammler. Da sie das Geld dringend benötigt, hat sie keine andere Wahl. Denn ihr Ehemann gilt als verschollen und hinterlässt Isla einen Haufen Schulden, weswegen seine Gläubiger die junge Frau verfolgen. Zu all dem verliert Isla während eines Bombenangriffs auf London ihre zweijährige Tochter. Durch diese Ereignisse bricht für sie eine Welt zusammen. Als Isla das Gemälde verkauft, ist sie sich dessen nicht bewusst, dass es eine Fälschung ist. Sir Alistair, der ihr das Gemälde abkauft, ist sich dessen bewusst. Aber auf Grund seiner Liebe zu Isla kauft er es ihr ab und lässt sie unwissend. Doch dies wird für Isla nur noch weitere tragische Folgen haben.
Dieses Gemälde jedoch existiert noch viele Jahre später, bis im Jahr 2001 eine junge Frau das Bild erhält und so auf die Spuren von Isla stößt und ihrer Geschichte nachgeht. Was ist damals mit ihrem Mann geschehen? Was ist mit der Tochter geschehen? Und was hat all dies mit diesem einen Bild zu tun?



"Das Haus ihrer Kindheit" ist ein Buch, dass zwei Geschichten miteinander verbindet. Zunächst erscheint alles etwas verwirrend, doch nach einiger Zeit stellt sich das Aha-Erlebnis ein und man beginnt, Vermutungen aufzustellen und langsam Zusammenhänge zu sehen.
Vom Schreibstil her ist alles sehr flüssig und angenehm zu lesen. Interessant ist, wie zwei Frauen, die sich nie begegneten und zwischen denen viele Jahre liegen, miteinander verbunden sind. Die Autorin schafft durch ständige Standortwechsel und durch die vielen verschiedenen Rollen in der Geschichte etwas undurchscheinbares, verwirrendes. Man kann nichts voraussagen oder erahnen, was als nächstes geschieht. In dieser Geschichte fehlt es nicht an Spannung und Romantik, die Protagonisten sind wunderbar beschrieben und man kann sie sich sehr gut vorstellen. Auch fällt es leicht, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen und sich alles bildlich vorstellen zu können. Katja Maybach schafft es, die düsteren, beschwerlichen Zeiten dramatisch und anschaulich darzustellen. Ein fantastischer Roman mit vielen unerwarteten Wendungen und Offenbarungen.

Sonntag, 13. Juli 2014

Buchvorstellung "Eine wie Alaska" von John Green

[...] "Du bist niedlich", sagte sie. Ich spürte die Intensität ihrer Augen und sah nervös weg. "Zu schade, dass ich meinen Freund liebe." Ich starrte auf die knotigen Wurzeln der Bäume am Ufer und versuchte, dabei nicht so auszusehen, als hätte sie mich gerade niedlich genannt.
Takumi konnte es anscheinend auch nicht glauben. Er trat auf mich zu, wuschelte mir durchs Haar und begann zu rappen. "Ja, Pummel, der Neue, der ist niedlich/doch Alaska denkt jeden Tag unterschiedlich/nur deshalb ist sie bei Jake so friedlich/ dernn er ist so... verdammt- verdammt. Fast hätte ich vier Reime auf niedlich gehabt. Aber mir ist nur liedlich eingefallen, und das ist nicht mal ein Wort."
Alaska lachte. "Du hast es geschafft, ich bin nicht mehr sauer. Gott, ist Rap sexy. Pummel, wusstest du überhaupt, dass du hier den fettesten MC von ganz Alabama vor dir hast?" "Äh, nein."
"Gib mir einen Beat, Colonel Catastrophe", raunte Takumi, und ich musste lachen bei der Vorstellung, dass ein so uncooler Wicht wie der Colonel einen Rapnamen hatte. [...]
Alaska rauchte ihre Zigarette fertig und warf sie in den Bach. "Wie kannst du nur so verdammt schnell rauchen?", fragte ich. Sie sah mich an und lächelte breit, so breit, dass das Grinsen auf ihrem schmalen Gesicht vielleicht dämlich ausgesehen hätte, wäre da nich das unantastbar vornehme Grün ihrer Augen. Strahlend wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum sagte sie: "Ihr raucht zum Spaß, ich rauche, um zu sterben." [...]

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 Miles hatte auf seiner Schule nie Freunde und so fällt es ihm leicht, auf das Internat zu wechseln, auf das schon sein Vater ging. Hier, in Culver Creek in Alabama, ändert sich so einiges in seinem Leben. Zunächst wird er von seinen Mitschülern etwas ruppig behandelt (und zur Begrüßung eines Nachts fast im See ertränkt), doch wird schon bald von seinem Mitbewohner, dem Colonel, mit Alaska und Takumi bekannt gemacht. Alaska ist das schönste Mädchen, das Miles je gesehen hat, doch leider ist sie vergeben und sehr eigen. Nach und nach weihen seine neuen Freunde ihn in das Leben, die Regeln und Geschehnisse des Internats ein. Auch, dass es einen ständigen Kampf zwischen den Internatsschülern und den so genannten “Tagestätern”, Schülern aus der Umgebung der Schule, herrscht. Diesbezüglich planen Alaska und der Colonel stets neue Streiche, um den Tagestätern eins auszuwischen. Dabei verstoßen sie des Öfteren gegen die Regeln und riskieren einen Rausschmiss. Miles, der von allen nur noch "Pummel" genannt wird, obwohl er alles andere als pummelig ist, wird in die Streiche, die Streitereien und Regelverstöße mitreingezogen. Er ist so fasziniert von Alaska, die ein einziges großes Geheimnis ist. Mal launisch, mal liebevoll, man weiß nie, woran man gerade bei ihr ist. Miles fühlt sich wohl, hat Spaß, Freunde und lebt sein Leben. Doch plötzlich ändert sich alles und Dunkelheit füllt sein Leben.


"Eine wir Alaska" gehört zu den Büchern, die man kaum aus der Hand legen kann. Es ist immer spannend gehalten und wird nie langweilig. Die Geschichte ist insgesamt auch sehr interessant aufgebaut. Anhand der Kapitelüberschriften erkennt man, dass die Geschichte rückwärts auf einen Tag zugeht, den Tag Null. Von dort aus wird wieder vorwärts gezählt (von "Einhundertsechsunddreißig Tage vorher" bis "Einhundertsechsunddreißig Tage danach"). Dieses System kündigt einen tiefen, alles verändernden Einschnitt in das Leben von Miles und seinen Freunden an. Allein dies macht die Geschichte wesentlich interessanter. Ansonsten kann man sich leicht mit Miles identifizieren. Er leidet an alltäglichen Problemen wie das Knüpfen und Erhalten von Beziehungen, der erste Alkohol- und Zigarettenkonsum, Regelverstöße, Liebe, Angst, Probleme mit den Lehrern und Mitschülern und so weiter. John Green schafft es, in diesem Buch auf interessante Weise die Fragen aufzubringen, die sich doch viele Jugendliche stellen. Die Frage nach dem Warum, die Suche nach dem Vielleicht, die Frage nach dem Sein, Leben, Leiden, Geheimnisse... Auf poetische, verständliche und vielfältige Weise werden die Leser mit diesen Gedanken konfrontiert. "Eine wie Alaska" ist ein Buch voller Spannung, Spaß, Glücksmomenten, Angst und vielen Gefühlen.
Zurecht ausgezeichnet mit dem Michael L. Printz Award 2006. Nominiert für den Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle 2008 und dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2008.